Irkutsk - Metropole in Ostsibirien

Die Stadt Irkutsk wurde 1661 als Festung gegründet, um Sibirien zu kolonisieren. Die Stadt wurde zu einem Brennpunkt für den Handel mit Gold und Pelzen und 1760 baute man eine Straße, um Irkutsk mit Europa zu verbinden. Während des Dekabristenaufstandes gegen Zar Nikolaus I. wurden viele russische Künstler ins Exil nach Irkutsk verbannt, weshalb sich ein bedeutender Teil der dortigen Bevölkerung aus Intellektuellen zusammensetzte. Allmählich entwickelte sich die Stadt zu einem Zentrum des intellektuellen und gesellschaftlichen Lebens. Der überwiegende Teil des kulturellen Erbes heutzutage ist das Ergebnis dieser Verbannungen.

Die Stadt wird charakterisiert durch eine große Anzahl einzigartiger Holzhäuser mit dekorativen geschnitzten Mustern an den Wänden und Fensterrahmen. Ähnliche Gebäude in anderen großen russische Städten wurden während der Industrialisierung zerstört. In Irkutsk kann man noch einen Blick darauf erhaschen, wie eine russische Stadt vor Jahrhunderten aussah.

Heute hat Irkutsk – die sechstgrößte Stadt Sibiriens – mehr als 600 000 Einwohner, darunter etwa 100 000 Studenten. Das ist darauf zurückzuführen, dass es in Irkutsk sechs Universitäten und zahlreiche andere Ausbildungseinrichtungen gibt. Wegen der Nähe zum Baikalsee ist die Stadt auch das Zuhause einer bedeutenden Zweigstelle der Russischen Akademie der Wissenschaften.

Menschen aus aller Welt steigen aus dem Trans-Sibirischen Express aus, um die “Hauptstadt von Ostsibirien” zu besuchen. Neben der Besichtigung von Irkutsk werden viele Touristen von der schönen Flora und Fauna des leicht zu erreichenden Baikalsees angezogen. 

Mit der wachsenden Popularität der Stadt unter Touristen hat die Stadtverwaltung in neue Museen, Restaurants, Bars und Cafés investiert, das Ergebnis ist eine gute Mischung moderner Einrichtungen in einem klassischen Kontext.

623 Tausend Einwohner
100 Tausend Studierende
26 Museen
6 Universitäten
70 km zum Baikalsee
1661 gegründet

Der Baikalsee ist ein riesiger Süßwassersee, der sich in der Nähe der Stadt Irkutsk befindet. Seine maximale Länge beträgt 636 Kilometer, die Maximalbreite 79 Kilometer, die Größe seiner Gesamtoberfläche entspricht ungefähr dem Territorium von Belgien. Der Baikalsee ist ein See der Extreme: Er ist nicht nur der größte, sondern mit einer Tiefe von bis zu einer Meile auch der tiefste der Welt. Außerdem ist dieses Frischwasserreservoir nicht nur das älteste der Welt (25 Millionen Jahre alt), sondern auch das sauberste – man kann das Wasser direkt aus dem See trinken. Es macht etwa 20% des gesamten Frischwassers unseres Planeten aus. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Eigenschaften ist der See das Zuhause von tausenden Pflanzen- und Tierarten, von denen viele nirgendwo sonst in der Welt existieren. Die reizvolle Landschaft, die den See umgibt, ist ebenfalls einzigartig und wirklich atemberaubend.

Zwei Fluglinien, S7 und Ural Airlines, bedienen die Strecke Moskau (Flughafen Domodedowo DME) – Irkutsk mit mehreren täglichen Flügen. Die nationale Fluggesellschaft Aeroflot fliegt ebenfalls mehrmals pro Tag vom Moskauer Flughafen Scheremetjewo (SVO) nach Irkutsk. Die durchschnittliche Flugdauer beträgt etwa fünfeinhalb Stunden. 

Viele Reisende entscheiden sich für die Anfahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn. Diese dauert drei Tage und drei Nächte (ab Moskau). Eine exotische, einzigartige und komfortable Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn ist ein Grund für viele Touristen, Sibirien überhaupt zu besuchen. In diesen drei Tagen sieht mal mehr als die Hälfte von Russland, und es ist schon ein aussergewöhnliches Gefühl, die Weite dieses Riesenlandes so authentisch zu erleben.

Im Sommer gibt es auch einen direkten Zug von Sankt Petersburg aus, die Fahrt dauert dreieinhalb Tage und folgt der populären transsibirischen Route.