Neue Praktikantin bei Liden & Denz: Привет!

17 Mai, 2017

Neue Praktikantin bei Liden & Denz: Привет!

Hallöchen! Ich heiße Cynthia und bin die nächsten zwei Monate lang in der traumhaft schönen Stadt St. Petersburg stationiert! Mittels des Work and Study Programms bei Liden & Denz bin ich bei der Sprachschule als Schülerin, aber auch als Praktikantin tätig.

Mit 19 Jahren kann ich mich mit meinen zwei angeborenen Nationalitäten zugegebenermaßen wenig identifizieren, da ich in meinen Heimatländern (Schweiz und Ungarn) relativ wenig Zeit verbracht habe. Stattdessen genoss ich im Laufe meiner Kindheit einen Lebensstil, der sich sehr dem der Nomaden ähnelt. Namentlich: das Diplomaten-Kinderleben.

Persönlich werde ich meine ungewöhnliche Kindheit, die durch das Umziehen aus einer Metropole in die nächste (und so weiter) geprägt worden war, für immer als einen Segen betrachten. Besonders der russischen Kultur (in Moskau) und den Amerikanischen Sitten (der Ostküste) bin ich während meiner jeweiligen Aufenthalte sehr nahe getreten. Trotz meiner guten Erfahrungen wird das Diplomatenleben dennoch oft als Dilemma betrachtet: Einerseits sammelt man reichlich an kulturelle Erfahrungen und ist nicht an nur eine Nation gebunden. Andererseits fehlt vielen genau dieser Bezugspunkt: ein Ort, den man ohne Zweifel als einzig und alleiniges Zuhause bezeichnen kann.

Was treibt mich also zurück nach Russland?

Zum Einen: Die Kultur. Obwohl ich die letzten Jahre in der amerikanischen Hauptstatt verbracht habe, trug ich dort stolz den Stempel eines Ausländers und habe mich nie versucht der Masse anzupassen. Als Kind in Russland freute mich jedoch nichts mehr, als mit den Babuschka [бабушки] auf dem Schulweg zu plaudern oder mich auf den Märkten mit den Einheimischen zu verständigen. Ich lernte also als Fünftklässlerin eifrig russisch, um die große Sprachbarriere schnellstmöglich zu überwinden und um meiner Liebe der Lebensweise treu zu werden.

Zum Anderen: Das Schamgefühl, die Sprache beinahe im Nu verlernt zu haben. Am eigenen Leib machte ich also nach unserem Umzug aus Russland die entsetzliche Erfahrung, dass man eine Sprache nur bei regelmäßiger Anwendung auf einem entsprechenden Niveau beibehalten kann.

Außerdem: Die besondere Faszination mit der nördlichen Metropole Russlands. So sehr ich meine Kindheit im energetischen Moskau wertschätze (und für immer der Überzeugung bleiben werde, dass die Novi und Stari Arbat [Новый Арбат, Старый Арбат] die coolsten Kinderspielplätze überhaupt sind… wirklich), wirkt die Hektik der Stadt manchmal etwas erdrückend. Als also meine Eltern alle paar Monate ein Wochenende in St. Petersburg angekündigt haben, um etwas außerhalb des Moskauer Tumults aufzuatmen, freuten sich meine Schwester und ich riesig. Die kurzen Aufenthalte in der malerischen Stadt haben damals schon gereicht, um meine Leidenschaft ihr gegenüber zu wecken.

Nun habe ich mich also entschlossen, in den letzten Zwei Monaten meines Zwischenjahres vor dem Studium den Kindheitstraum eines längeren Aufenthaltes in Petersburg zu verwirklichen. Kulturell habe ich mich blitzschnell nach meiner Rückkehr vor nun einer Woche integriert: Beispielsweise grinse ich dank der nostalgischen Erinnerung an die heißen Blini (Блины) von Teremok (Теремок) jedes mal, wenn ich der Fastfood Filiale begegne.

Mit der sprachlichen Integration sieht es jedoch noch etwas happig aus, aber deswegen bin ich ja hier. Stunde für Stunde lerne ich im Intensiven Sprachkurs all dass, was mir irgendwie bekannt, aber doch wahnsinnig weit hergeholt vorkommt. Nach meinem Russlandbesuch hoffe ich also, das enttäuschte Kind in mir mit meinen neu gewonnenen Sprachkenntnissen zu beeindrucken. Außerdem bin ich eifrig dabei, Petersburg aus einer (etwas) reiferen Sicht zu entdecken.

Ich halte euch auf dem Laufenden, vielleicht schnappt ihr die eine oder andere russische Lebensweisheit auf (ich werde es sicherlich tun)!

 

Dieser Artikel wurde verfasst von Cynthia, Studentin und Praktikantin bei Liden and Denz Sankt Petersburg.

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Posted by Cynthia Hunn

Hi! My name is Cynthia, and I am an intern and Russian language student at Liden & Denz St. Petersburg. I'm on the quest to find the best blini in town, so follow me along as I rediscover my childhood home country through a (slightly) more sophisticated perspective.

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