Wasserfall Ventas Rumba

Wasserfall Ventas Rumba

Wasserfall Ventas Rumba

In diesem Blogartikel möchte ich eines der spektakulärsten Naturschauspiele Lettlands vorstellen. Mit dem Ventas Rumba verfügt das Land über einen der breitesten Wasserfälle Europas. Seine Fallkante ist beeindruckende 249 Meter breit.

In Lettland gibt es kaum Wasserfälle auf Grund des nicht vorhandenen Gefälles. Nur einige Bachläufe und Flüsse bilden nach der Schneeschmelze oder starkem Niederschlag kleinere Wasserfälle bzw. Stromschnellen. Der Wasserfall Ventas Rumba ist Im Westen Lettlands, Nahe der Küste, gelegen. An seinem Ufer befindet sich die Kleinstadt Kuldiga. Das Wasser fliesst sehr gemächlich und lediglich selten strömt die heute relativ wasserarme Venta in voller Breite. Man kann daher problemlos durch den Fluss waten, um an das andere Ufer zu gelangen. Der Wasserfall kann von beiden Ufern besichtigt werden, dazu gibt es natürlich auch eine Brücke für diejenigen, die keine nassen Füsse wagen.

Kuldiga ist eine ehemalige Hansestadt, das heisst sie wickelte ihren Handel über den Fluss ab. Für die Handelsleute stellte der Wasserfall ein mühsames Hindernis dar. Von Ventspils an der Ostsee bis Kuldiga war er schiffbar, doch hier war dem Handel eine natürliche Grenze gesetzt. Zur Zeit des kurländischen Herzogs Jacob, Mitte des 17. Jh., hatte man versucht durch die Anlage eines Kanals die Venta auch flussaufwärts von Kuldiga schiffbar zu machen, dieses Projekt wurde jedoch nie realisiert.

Im Frühjahr bietet der Ort zudem ein Naturschauspiel der besonderen Art, wenn eine lokale Karpfenart versucht die steinerne Stiege flussaufwärts zu überwinden. Im Oktober sind es dann die Lachse. Auch sie müssen die Ventas Rumba überspringen, um an ihrer Geburtsstätte zu laichen. Die Strapazen der Fische sind ein wahres Spektakel. Hier kann man beobachten wie Tausende Fische viele Sprünge brauchen, um die Klippe zu meistern. Immer wieder verfehlen sie den Oberlauf des Flusses und prallen am Gestein ab. Vor 300 Jahren hat der Herzog Jakob von Kurland sich die Strapazen der Fische zur Nutze gemacht. Er ließ auf der Klippe reihenweise Körbe anbringen, die in die Luft ragten, um die „fliegenden Fische“ zu fangen und diese anschliessend auf dem Markt zu verkaufen. Aufgrund der vom Herzog ausgedachten Einrichtung, hiess es bald, dass in Kuldiga bis zu 100 Lachse täglich aus der Luft gefangen werden können.  Heute wird diese perfide Fangmethode natürlich nicht mehr praktiziert und es gilt ein Fangverbot für diese Perioden.

Die Bewerbung des Ortes kann allerdings noch gesteigert werden. Zurückhaltung scheint in Lettland sowas wie eine Nationaleigenschaft zu sein. So findet man in einem lettischen Werbetext auf Deutsch: „Obwohl die Rumba der breiteste Wasserfall in Europa ist (249 m), sie hat nicht die fesselnde, wilde Schönheit der weltgroßen Wasserfälle. Ihre echte Schönheit kann man nur dann einschätzen, wenn man mindestens zehn Minuten auf sie schaut und hinunter zum Fluss geht.“ In diesem Sinne..schaut vorbei!

 

Matthias Thöny, Praktikant bei Liden & Denz in Riga

Posted by Matthias Thoeny

My name is Matthias Thoeny and I am from Switzerland. I am studying Business Administration at the University of St. Gallen. My mother tongue is German. I started learning Russian three years ago at university and continued self-studying. Last summer I already spent 7 weeks at Liden & Denz in St. Petersburg and I really enjoyed my stay in this beautiful environment. I started my Internship at Liden & Denz in Moscow in September and now I am working in St. Petersburg. I hope you enjoy reading my blog articles.

Related PostsVerwandte Artikel

Leave a Reply

Hinterlasse den ersten Kommentar!

avatar
wpDiscuz