Wirtschaftslage Lettlands

Wirtschaftslage Lettlands

Wirtschaftslage Lettlands

Lettland ist ein kleines aber faszinierendes Land. Im folgenden Blog möchte ich die wichtigsten Fakten zu seiner Wirtschaftslage aufzeigen und welche Branchen die Volkswirtschaft tragen. Lettland ist seit 2004 Mitgliedsstaat der Europäischen Union, was der Wirtschaft des Landes extrem geholfen hat. Das Durchschnittsgehalt hat sich mit dem EU-Beitritt mehr als verdoppelt. Eine strikte Haushaltsdisziplin verhalf Lettland einigermassen glimpflich aus der globalen Finanzkrise 2008 herauszukommen. Die Staatsverschuldung ist die fünftkleinste in der Europäischen Union. Bereits 2011 konnte wieder ein deutlicher Aufschwung verzeichnet werden. Die Weltbank und die Europäische Zentralbank rechnen mit einem Wachstum von 4% bis 2018.

Branchen

Die vier Eckpfeiler der lettischen Wirtschaft sind Landwirtschaft, Chemieindustrie, Logistik und Holzverarbeitung. Andere wichtige Branchen sind Textilindustrie, Lebensmittelverarbeitung, Maschinenproduktion und umweltfreundliche Technologien.

Nach wie vor ist das traditionelle Gewerbe Lettlands, die Landwirtschaft, äusserst relevant. Das gemässigte Klima und die weiten, flachen Felder sorgen für gute Bedingungen. Über eine Milliarde Euro werden jährlich durch die Landwirtschaft umgesetzt. Vor allem Getreide wird produziert, aber qualitative Milchprodukte sind führende Exportwaren.

Die chemische Industrie verfügt über gut ausgebildete Fachleute in den Bereichen Arzneimitteln, Recycling und umweltfreundliche Chemikalien und Naturkosmetik. Die Produkte werden in die ganze Welt exportiert. Die Highlights der Industrie sind Entdeckungen im Bereich der Grundlagenforschung und Medizin.

Auf Grund der geografische Lage Lettlands, war die Logistik seit je her von grosser Bedeutung. Einerseits die Häfen und andererseits die Strassen und Eisenbahnstrecken. Innerhalb weniger Stunden sind von Riga aus Millionen an Kunden erreichbar. Die Eisenbahnstrecke, die von Riga nach China verläuft, kann Waren wesentlich schneller liefern als auf dem Seeweg. Schlussendlich spielt natürlich auch der Flughafen eine entscheidende Rolle, von dem aus rund 100 Flugziele erreichbar sind.

Immer noch ist die Hälfte Lettlands von üppigen Wäldern bedeckt. Ein sehr wichtiger Rohstoff für das Land, der teilweise auch in Form von Rohholz oder gefertigten Produkten exportiert wird. Dabei trägt man mittels Naturschutzgebieten und staatseigenen Wäldern einer langfristigen und nachhaltigen Unternehmensstrategie Sorge.

Ein jüngerer, aber vielversprechender Wirtschaftszweig Lettlands ist die High-Tech-Elektronik und Informationstechnologie. Sie verhelfen den Unternehmern ihre Produkt- und Dienstleistungsqualität erheblich zu steigern und damit wettbewerbsfähiger zu werden im europäischen Vergleich. Innovationen aus Lettland sind auf den Weltmärkten hoch angesehen.

Aktuelle Lage

Lettland hat durchaus Potential. Allerdings stellen sich dem Land nach wie vor viele Herausforderungen. So liess der Staatspräsident Raimonds Vejonis kürzlich in einem Interview verlauten: „Lettland hat keine selbständige Wirtschaft“. Sobald sich die EU Gelder verzögern, falle das BIP-Wachstum sofort.

Mit dem Abschwung der Russischen Wirtschaft wurde natürlich auch die Lettische Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen. Das Wirtschaftswachstum fiel letztes Jahr mit 2.4 Prozent geringer aus. Ausserdem kämpft das Land mit einem Exodus an Fachkräften, der stark auf das Konjunkturtempo drückt. Vor allem gut ausgebildete, junge Leute kehren dem Land den Rücken und suchen ihr Glück im Norden oder Westen Europas. Die ist durchaus verständlich, da das Bruttoeinkommen je Arbeitnehmer in bspw. In Schweden 4mal und in Deutschland 3mal höher ist. Der lokale Arbeitsmarkt heizte sich in den vergangenen Jahren stark auf. Getrieben von einem permanenten Lohnwachstum und der strukturellen Arbeitslosigkeit und Emigration. Eine weitere Problematik ist die Tatsache, dass die Hauptstadt Riga praktisch alles Wirtschaftspotential des Landes innehat. Für die Randregionen bleibt lediglich ein wenig Tourismus übrig.

 

Matthias Thöny, Praktikant bei Liden & Denz in Riga.

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Posted by Matthias Thoeny

My name is Matthias Thoeny and I am from Switzerland. I am studying Business Administration at the University of St. Gallen. My mother tongue is German. I started learning Russian three years ago at university and continued self-studying. Last summer I already spent 7 weeks at Liden & Denz in St. Petersburg and I really enjoyed my stay in this beautiful environment. I started my Internship at Liden & Denz in Moscow in September and now I am working in St. Petersburg. I hope you enjoy reading my blog articles.

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